Die heutige Wohstandsgesellschaft prodzuziert einfach zu viel Haushaltsmüll, das ist nichts neues. Wer schon einmal eine Mülldeponie gesehen hat, überdenkt sicherlich von ganz allein sein Konsumverhalten. Dazu kann es schon reichen, alle paar Tage einen großen Müllbeutel aus der Küche entsorgen zu müssen und zu sehen, wie viel Abfall diese paar wenigen Tage ausmachen. Heutzutage wissen wir, welchen schädlichen Einfluss der Abfall eines jeden Einzelnen auf die Umwelt nimmt. Dabei ist es gar nicht so schwierig, den anfallenden Haushaltsmüll etwas zu reduzieren. Mit den folgenden 15 Tipps wird der eigene Haushalt – egal, wie viele Personen ihn bewohnen – zur geringeren Belastung für die Umwelt, als er es heute ist.

#1: Verpackungsarm einkaufen reduziert den Haushaltsmüll

Wer braucht eigentlich das Schälchen aus reinstem Plastik, in dem Karotten, Paprika oder Tomaten verkauft werden? Muss eine Salatgurke wirklich eingeschweißt sein? Und seit wann braucht eigentlich ein Salatkopf eine riesige Hülle aus Plastik? Verpackungen schützen meist nicht einmal beim Transport nach Hause und landen spätestens beim Auspacken der Einkäufe sofort im Müll. Aufbewahren kann man sie zu Hause auch anders, etwa in einer Brotdose oder einem Schälchen. Diese nehmen noch dazu weniger Platz weg. Die beste Verpackung für ein Lebensmittel ist gar keine Verpackung – oder eine recycelbare Verpackung, etwa aus unbeschichtetem Papier, falls es nicht anders geht.

Zu viel Haushaltsmüll in unseren Haushalten

Verpackungen ohne Ende – Müssen wir wirklich so viel Haushaltsmüll produzieren?

#2: Apropos recycelbar

Es gibt Einweg- und Mehrwegverpackungen und es gibt sie in jedem Supermarkt. Einwegverpackungen bestehen aus Plastik, Styropor und allem, was nach dem Einkauf lästig ist und im Abfalleimer landet. Eine Mehrwegverpackung ist beispielsweise eine Glasflasche, die man danach wieder zurückgibt. Diese gibt es bei Joghurt, Milch, Mineralwasser, vielen Säften und manchmal auch bei anderen Milchprodukten wie Sahne. Eine solche Mehrwegverpackung wird viele Male neu befüllt, nachdem sie zurückgebracht und gereinigt wurde – und eine zurückgebrachte Verpackung landet nicht im Müll.

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#3: Lasst die Einkaufstasche im Supermarkt!

Die netten Plastik-Einkaufstaschen an der Kasse sind nicht wirklich teuer und erweisen sich als Retter in der Not, wenn mal wieder keine Einkaufstasche mitgebracht wurde. Aber mal ehrlich: welchen Betrag lässt man eigentlich pro Woche, pro Monat oder gar pro Jahr dafür im Supermarkt liegen? Das tut weh! Vor allem landet auch die Einkaufstüte meist schneller im heimischen Müll, als man „Plastik“ sagen kann. Besser wäre es, in jede denkbare Tasche, Rucksack und Co., die man täglich bei sich hat, einen Einkaufsbeutel aus Canvas oder Jute zu verstecken. Teuer sind auch diese nicht. Doch sie helfen, den Einkauf nach Hause zu transportieren, ohne aufs Jahr hochgerechnet eine Summe für – letztlich – weiteren Abfall auszugeben, die man gut in etwas Schönes investieren könnte.

#4: Wochenmärkte statt Supermarkt

Wochenmärkte sind toll! Regionale Bauern bieten genau dasselbe an, was der Supermarkt hat. Wesentlich teurer sind sie meistens nicht. Aber: sie verpacken ihre Ware nicht unnötig. Außerdem arbeiten sie häufig nach Bio-Kriterien, auch wenn sie keine teure Zertifizierung haben, und sie stehen bereitwillig Rede und Antwort. Warum also nicht einen Samstagmorgen mit einem Bummel über den Gemüsemarkt verbringen und etwas wirklich Hochwertiges ohne Verpackung kaufen? Tipp: auch hier nicht den eigenen Canvasbeutel vergessen!

#5: Planen hilft, Essensabfall zu vermeiden

Im Hunger wurde eingekauft, und dabei kam fast alles mit, was auch nur annähernd lecker aussah. Dann stand es zu lange in der Küche, das Ablaufdatum kam und ging – und das Essen wandert sicherheitshalber in den Müll. Etwas Planung hilft dabei, nur das einzukaufen, was gebraucht wird – und nichts, was dann sowieso nur verdirbt. Selbst, wenn man täglich einkaufen geht, sollte man sich eine kleine Einkaufsliste schreiben und sich vorher überlegen, was wirklich notwendig ist.

#6: Abfallfrei selbst einpacken

Traditionsrezepte sehen häufig die Mehrwegverpackung vor. Selbst gemachte Marmelade kommt ins Glas, frisch gebackenes Brot in den Brotkasten. Alu- und Plastikfolie sind dagegen Erfindungen )und Undinge) der Neuzeit. Sie werden einmal, mit etwas Glück auch mehrmals verwendet und landen dann im Mülleimer. Besser wären Brotdosen und Boxen, die einfach ausgespült und dann mehrere Jahre verwendet werden können, denn das spart nicht nur Abfall, sondern auch Geld.

#7: Spenden, teilen, verschenken statt wegwerfen

In manchen größeren Städten gibt es Food Sharing. In jeder gibt es die Tafel für Bedürftige. Hilfsorganisationen sind immer dankbar für Spenden. Dabei geht es nicht nur um Lebensmittel, die man nicht mehr braucht, sondern auch um Kleidung, Möbelstücke, Elektrogeräte. Entsprechende Stellen haben Webseiten mit Telefonnummern und Mailadressen und freuen sich über jede Anfrage. Wenn sich kein Abnehmer findet, hilft es gerade in der Großstadt, die zu verschenkenden Sachen mit einem „Zu Verschenken“-Schild vor die eigene Haustür zu stellen. Auf diese Weise landen sie nicht auf dem Müll.

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#8: Wenn XXL-Packungen Mogelpackungen sind

Besonders Singles tun sich mit dem Kauf der richtigen Packungsgrößen schwer. Sie kaufen lieber die im Mengenpreis billigere XXL-Packung, denn damit spart man ja. Am Ende werfen sie jedoch gerade Lebensmittel doch nur weg, weil sie diese Menge einfach nicht aufgebraucht bekommen. Verderbliches sollte daher nur in der wirklich nötigen Menge gekauft werden: notfalls an der Fleisch- und Frischetheke oder frisch aus der Gemüseabteilung statt tiefgekühlt in der Familienpackung. Anders ist es bei Unverderblichem wie Waschmittel – je mehr Haltbares gekauft wird, desto weniger einzelne Verpackungen für kleine Mengen wirft man weg.

#9: Nachfüllen statt neu kaufen

Ein dekorativer wiederverwendbarer Seifenspender im Bad sieht doch eigentlich viel schöner aus als die Einwegverpackung. Eine Seifenschale mit einem Stück Seife sogar noch mehr. Vieles kann man in einer großen Packung kaufen und einfach umfüllen. Dadurch hat man eine große Verpackung zu entsorgen, nicht aber viele einzelne Einweg-Spender. Das spart Abfall. Dasselbe kann man beispielsweise auch mit Shampoos und einem Pumpspender, Spülmittel und verschiedenen Putzmitteln machen, sofern diese nicht aggressiv sind und eine besondere Art der Verpackung brauchen.

#10: Reparieren – oder reparieren lassen

Elektrogeräte gehen kaputt, das ist leider normal. Nicht jeder kann heutzutage alles reparieren, doch oft kommt es billiger, den Gegenstand reparieren zu lassen. Auf jeden Fall vermeidet es, dass ein schwer zu entsorgendes Elektrogerät auf dem Müll landet, denn gerade diese enthalten oft Sondermüll und dieser ist in der sicheren Entsorgung alles andere als einfach. Dasselbe gilt auch für Möbelstücke und andere hochpreisige Gegenstände. Selbst, wenn eine Reparatur preislich dem Ersatz des defekten Gerätes gleichkommt, vermeidet man damit immerhin, große Mengen Abfall auf einmal zu entsorgen.

#11: Keine Werbung in meinem Briefkasten!

Mal ehrlich: wer liest die Werbung im Briefkasten tatsächlich noch? Schlimmstenfalls wird der Briefkasten mehrmals die Woche von Sonderangeboten mehrerer Supermärkte, Prospekten neu eröffneter Lieferdienste und sonstigen Werbeflyern verstopft. Selbst, wenn sie gelesen werden, landen sie nach einmaliger Lektüre im Abfalleimer. Dann lieber ein „Keine Werbung“-Schild anbringen, denn früher oder später werden die Austeiler das bemerken und die Werbetreibenden werden weniger Flyer drucken lassen, wenn sie immer wieder welche zurückbekommen. Das Schild ist übrigens verbindlich und wer es nicht beachtet, kann mit einer Anzeige rechnen. Tipp: Falls die Werbung doch erwünscht ist, gibt es diese mittlerweile auch tagesaktuell im Internet – und dort verbraucht sie garantiert kein Papier.

#12: Eigene Küchenkräuter mit eigenem Dünger

Kräuter werden entweder frisch im Topf, tiefgekühlt in der Verpackung oder in der Gewürzdose sowie im Nachfüllpack verkauft. Wirklich nachhaltig ist nur der Topf – nicht nur, da so immer frische Kräuter nachgezogen werden können, sondern auch, da Kräuter gelegentlich Dünger brauchen. Etwas alter Kaffeesatz, Bioabfälle und Co. eignen sich dafür wunderbar und landen damit nicht mehr in der Biotonne. Besser funktioniert das, wenn der Balkon groß genug zur Gemüseanzucht ist oder man sogar einen eigenen kleinen Garten vor der Haustür hat, der laufend frischen Dünger gebrauchen kann.

#13: Den Papierverbrauch reduzieren

Plastik lässt sich reduzieren, keine Frage. Doch wer etwas weniger Plastik als vorher verbraucht, ruht sich gerne darauf aus – und verwendet weiterhin Papier in rauen Mengen. Das ist zwar recycelbar, allerdings nur ohne Beschichtung, und diese wiederum finden sich auf vielen Papiervarianten im Abfalleimer. Den Papierverbrauch kann man beispielsweise mindern, indem man statt Küchenpapier ein waschbares Tuch verwendet. Statt einem Buch ein eBook liest. Sich die Zeitung online herunterlädt oder am PC liest. Oder auch, indem man nicht alles ausdruckt, ohne darüber nachzudenken, ob man es auch am PC lesen könnte.

#14: Upcycling: der Tipp für Kreative

Zugegeben, Upcycling ist nichts für jeden, denn dazu gehört Kreativität. Upcycling bedeutet, dass ein alter, ausgedienter Gegenstand zu etwas Neuem verarbeitet wird. Alte Klamotten werden zerschnitten, um daraus neue zu nähen. Nicht mehr gebrauchtes Plastik wird verwendet, um daraus Lampenschirme und Vasen aus Flaschen, Kerzenständer und Co. zu fertigen. Dieses Konzept hat ganze neue Läden und Online-Shops entstehen lassen, erfordert jedoch etwas Materialkenntnis und vor allem auch den Bedarf an neuen Sachen. Dennoch: wenn einmal eine neue Vase gebraucht wird und zufällig eine alte Einweg-Plastikflasche in der Wohnung herumsteht, dann kann diese ganz einfach lackiert und umfunktioniert werden. Dadurch landet immerhin schon eine Flasche weniger auf der Mülldeponie.

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#15: Coffee to go im eigenen Becher

Gerade im Kaffeebereich ist Müllvermeidung ein großes Stichwort, da hier auf Nachhaltigkeit und Fair Trade gesetzt wird. Große Ketten bieten dem Kunden an, seinen eigenen Becher mitzubringen und wieder auffüllen zu lassen – oft gegen weniger Geld. Das motiviert nicht nur, sondern regt auch dazu an, den Kaffeebecher to go im Laden zu lassen. Dadurch vermeidet man Papier- und Plastikmüll, während man unterwegs ist, und wirft keinen voluminösen Einweg-Kaffeebecher in die eigene Mülltonne, wenn man den Kaffee lieber zu Hause austrinken möchte. Alternativ setzt man sich zum Essen und Trinken auch einfach ins Café oder Restaurant und lässt es sich auch nicht liefern, denn Geschirr ist hunderte Male abwaschbar.

Fazit
Es gibt Einzelfälle, in denen Singles oder ganze Familien praktisch gar keinen Haushaltsmüll mehr produzieren. Das sind allerdings auch die klaren Extremfälle unserer Gesellschaft, denn wer seine Lebensmittel nicht selber frisch herstellen kann, kommt ohne ein wenig Müll fast nicht über die Runden. Wohl aber ist es möglich, ein relativ unauffälliges Leben zu führen und Müll zu vermeiden. In manchen Städten gibt es dafür sogar erste Supermärkte, die keinerlei Verpackung mehr vornehmen und in denen der Kunde mit seinen eigenen Behältern kommt. Doch auch, wenn man einen solchen Supermarkt nicht besuchen möchte, kann man auf Verpackungen verzichten und alleine dadurch den anfallenden Haushaltsmüll reduzieren.

Checkliste, um den Haushaltsmüll zu reduzieren:

  1. Verpackungsarm einkaufen
  2. recyclebare Produkte kaufen
  3. eigene Einkaufstasche benutzen
  4. Wochenmarkt statt Supermarkt
  5. Essen planen, um Essensabfall zu vermeiden
  6. Abfallfrei selbst einpacken
  7. Spenden, teilen, verschenken statt wegwerfen
  8. XXL-Packungen hinterfragen
  9. Nachfüllen statt neu kaufen
  10. Reparieren – oder reparieren lassen
  11. Keine Werbung in meinem Briefkasten!
  12. Eigene Küchenkräuter mit eigenem Dünger
  13. Den Papierverbrauch reduzieren
  14. Upcycling: der Tipp für Kreative
  15. Coffee to go im eigenen Becher