Und schon wieder ist es passiert! Nach dem Waschen und Trocknen legt man die Wäsche zusammen und stellt irritiert fest: Es fehlt eine Socke! Fünf Paar Socken sind da, beim sechsten Paar liegt eine einsam und alleine im Wäschekorb. Was ist da nur passiert? Der Blick in die Waschmaschine, in den Trockner oder auf die Wäscheleine bringt keine Lösung. Die verschwundene Socke bleibt – verschwunden!

Nun ist das kein Phänomen, das nur einzelnen Personen manchmal passiert. Dann könnte man es als Zufall einfach abtun. Nein, über verschwundene Socken wundert sich fast jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben. Wer nach dem Begriff „verschwundene Socke“ googelt, bekommt über 36.000 Ergebnisse. Auf Englisch ist das Ergebnis noch überwältigender. Google hat 1.340.000 Einträge über „missing socks“. Ein einzelnes You-Tube-Video, das sich mit dem Phänomen beschäftigt und die Waschmaschine als mutmaßlichen Socken-Vernichter präsentiert, wurde über 25 Millionen Mal angeklickt! Es wurden mehrere Kinderbücher über verschwundene Socken geschrieben, und entstand sogar ein Jugendroman über eine Sockensuchmaschine. In England gibt es in der Nähe der Universität Cambridge ein Pub, das „The Missing Sock“ heißt. Hier treffen sich Leidtragende zu klärenden Gesprächen und zum Sockentausch.

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Man sieht, weltweit machen sich Socken dadurch bemerkbar, dass sie sich scheinbar einfach in Luft auflösen. Unzählige Menschen beschäftigen sich mit diesem Problem und fragen sich: Wo ist nur meine Socke geblieben?

Das Phänomen der verschwundenen Socke

Die möglichen Gründe

Bei jedem Mysterium sollte man erst einmal nach logischen Ursachen suchen. Es gibt mehrere Hauptschuldige, die dabei immer wieder in den Mittelpunkt der Nachforschungen rücken.

Die Waschmaschine – die Wahrheit und die Theorien

Es ist wirklich möglich, dass die Socke dort verschwunden ist. Es gibt direkt hinter der Tür einen kleinen Spalt zwischen Trommel und Bottich. In diesem Spalt verirren sich manche Socken. Da sich hinter der Trommel der Heizstab befindet, kann es passieren, dass sich die Socke um den Heizstab wickelt und sich dort dann im Laufe der Zeit aufgrund der starken Hitze auflöst. Das Problem: Es ist recht schwierig, eine Maschine auseinanderzunehmen, um nach einer Socke zu suchen. Wer sie nicht vorne im Spalt findet, sollte die Socke lieber den ewigen Socken-Jagdgründen im Bottich übergeben und sie dort lassen. Was in den Sockenmonster-Maschinen genau passiert und wie man sie auseinandernimmt, wird deutlich in diesem Video (siehe unten) erklärt. Übrigens: Bei neuen Maschinen ist der Spalt so klein, dass das eigentlich überhaupt nicht passiert dürfte. Techniker schwören immer wieder, dass sie bereits x Maschinen auseinandergebaut haben und dabei wirklich nur ganz selten auf eine Socke gestoßen sind.

Einige Sockenforscher vermuten deshalb, dass hier ganz andere Kräfte im Spiel sind, die uns die Wissenschaft vorenthalten will. Durch die Rotation und das Schleudern der Trommel entsteht angeblich ein Zeitloch, in das die Socke fällt. Die Socke sei deshalb gar nicht im Bottich der Maschine, sondern in einem anderen Zeitalter. Irgendwo in der Zukunft oder in der Vergangenheit regnet es dann eine Socke vom Himmel, und der Finder fragt sich, wo die herkommt und vielleicht sogar, was das überhaupt ist. Manche machen das Zeitloch auch für ein zweites Phänomen verantwortlich. Verschwundene Socken tauchen nämlich oft nach Monaten wieder völlig unerwartet auf. Zeitloch-Theoretiker gehen davon aus, dass die Socke nach langem Kampf im Nirwana dann den Weg zurück nach Hause gefunden hat. Andere Verschwörungstheoretiker sind davon überzeugt, dass es ein Socken-Paralleluniversum gibt, in dem alle verschwunden Socken fröhlich durch die Luft flattern.

Der Trockner

Wenn die Socke im Wäschetrockner verschwindet, liegt meist ein anderes Problem vor: Sie hat sich in einem anderen Wäscheteil versteckt! Vor allem Kopfkissenbezüge und Spannbetttücher sind äußerst gefährliche Sockenfresser. Zum Glück ist dieses Problem einfach zu lösen. Wenn die Socke nach dem Waschen noch da war, aber nach dem Trocknen verschwunden ist, sollte man einfach mal alle seine anderen Wäschestücke durchsehen. Meist taucht die Socke dann wieder auf!

Ursachenforschung

Socken verschwinden in den allermeisten Fällen aufgrund der eigenen Schusseligkeit. Das hört sich deprimierend an, ist aber leider die harte Wahrheit. Die armen Maschinen sind meist absolut unschuldig. Man denkt, man habe die ganze Wäsche in die Maschine gestopft, und dann ist doch noch eine Socke im Wäschekorb liegen geblieben. Manchmal waren auch von Anfang an gar nicht beide Socken in der Schmutzwäsche gelandet. Einer kam in den Korb, der andere versteckt sich irgendwo hinter dem Bett oder unter dem Sofa. Das sollte nicht sein, kommt aber durchaus auch bei ordentlichen Menschen hin und wieder mal vor!

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Besonders Kindersocken nehmen oft merkwürdige Wege. Zahlreiche Mütter haben eine lang gesuchte Socke irgendwann einmal im Kasten mit den Lego-Klötzen oder in einem selten verwendeten Puzzle-Spiel gefunden. Kindersocken haben ein schwer durchschaubares Eigenleben, das nur noch durch das Eigenleben der Socken von Jugendlichen übertrumpft wird. Erfahrene Eltern wundern sich ja bekanntlich über nichts mehr, wenn sie das Zimmer ihres Teenagers betreten. Aber so manche Mütter und Väter schütteln dann doch ungläubig den Kopf, wenn sie die Socke zusammen mit einem angebissenen Hamburger auf einem Papp-Teller unter dem Bett finden oder wenn die Socke im Topf der Hängepflanze vor dem Fenster liegt, die die Eltern einmal liebevoll an die Decke gehängt haben. Damals, als sie noch hofften, dass der Sprössling einen Blick für liebevoll eingerichtete Zimmer entwickeln wird. (Keine Angst! Das kommt noch! Auch 15-Jährige werden einmal erwachsen.)

Aber selbst in ordentlichen Haushalten gibt es noch eine schwierige Hürde für Socken. Wäsche wird immer sortiert, und genau dabei passieren die meisten Fehler. Socken landen meist in der Buntwäsche. Wenn eine Socke fehlt, sollte man mal die weiße Wäsche überprüfen, vielleicht liegt sie hier irgendwo zwischen weißen Hemden und Blusen?

Auch beim Füllen der Maschine kann die Socke verschwinden. Während man die Wäsche vom Korb in die Trommel schiebt, kann sie hinunterfallen und mit einer falschen Bewegung oder aufgrund eines Windstoßes unter oder hinter die Maschine rutschen. Gerade dann, wenn die Maschine im Keller steht, fällt das manchmal nicht sofort auf.

So bleiben alle Socken für immer zusammen

Wer seine Socken liebt, wird einiges dafür tun, damit sie auch ein Paar bleiben dürfen. Schließlich ist eine einzelne, verlassene Socke ein wirklich trauriger Anblick. Ein Glück, dass man dem Sockenschwund einigermaßen vorbauen kann. Man muss nur wissen, wie.

Da viele Socken beim Wäschesortieren abtauchen, lohnt es sich, die Socken von Anfang an getrennt zu sortieren. Dazu braucht man keinen eigenen Wäschekorb. Es reicht, wenn oben im Korb eine Stofftasche liegt, wie sie an jeder Supermarkt-Kasse erhältlich ist. Wenn die Schmutzwäsche im Korb landet, werden die Socken in die Tasche gestopft. Dann bleiben die Socken von Anfang an immer unter sich und können sich nicht in Hemdsärmeln oder Bettwäsche verstecken.

Die Socken können vor dem Waschen miteinander verknotet werden. Das lohnt sich vor allem bei sehr guten und kostspieligen Socken. Das ist etwas extra Arbeit, aber dann sind die zwei, die zusammenhören, auch beim gefährlichen Waschgang unzertrennlich. Der Knoten hat noch eine weitere positive Seite: Er verhindert, dass die Socke in den kleinen Spalt zwischen Trommel und Bottich rutschen kann.

Wer seine schönen Socken nicht verknoten will, kann auch eine Sicherheitsnadel verwenden und die Socken damit miteinander verbinden. Andere verwenden Gummibänder, und da der Markt das Phänomen natürlich schon längst entdeckt hat, gibt es inzwischen auch besondere Sockenklammern für die Maschine!

Noch einfacher ist ein Wäschenetz, wie man es üblicherweise für BHs und andere kleine Dinge verwendet. Auch in einem Wäschenetz bleiben die Socken zusammen.

Tag der verschwundenen Socke

Wer das Phänomen etwas entspannter und vor allem von der amüsanten Seite aus betrachtet, sollte sich den 9. Mai dick im Kalender ankreuzen. Dieser Tag ist nämlich der Tag der verschwundenen Socke. Offiziell heißt er „Lost Sock Memorial Day“. Am 9. Mai beratschlagen sich Sockengeschädigte Jahr für Jahr weltweit, wie sie den Schwund in Zukunft verhindern können. Außerdem wird noch eine wichtige Zusatzfrage diskutiert: Was tun mit den zurückgebliebenen Einzelstücken? Am 9. Mai werden Sockenpartys gegeben, bei denen die Leute mit zwei verschiedenen Socken auftauchen oder Socken untereinander tauschen. In den USA gibt es für diese Partys bereits besondere Einladungskarten. Auf den Partys gibt es auch Bastelrunden, bei denen aus den einzelnen Socken nette Dinge wie Duftsäckchen oder Putzlappen entstehen. Der 9. Mai wird immer mehr ein internationaler Spaß- und Party-Tag, denn gibt es etwas Fröhlicheres als viele bunte Einzelsocken und Menschen, die sie tragen? Nein! Inzwischen gibt es bereits Party-Soundtracks für die Lost-Socks-Partys, damit diese besondere Stimmung, die sich irgendwo zwischen Trauer und Albernheit einpendelt, auf die richtige Art und Weise musikalisch untermalt werden kann.

Das Schicksal der zurückgebliebenen Socke

Wenn nicht gerade der 9. Mai ist, gilt es absolut unschick, mit zwei verschiedenen Socken das Haus zu verlassen. Die Frage ist also: Was tun mit den zurückgebliebenen Einzelstücken? Am besten ist es, man wirft sie einfach weg. So hart dieser Schritt auch sein mag, aber der Platz in den Schränken ist einfach zu kostbar. Es soll ja Familien geben, die ganze Schubladen mit einzelnen Socken gefüllt haben. Warum sie ihre einzelnen Socken aufheben, kann niemand sagen. Vielleicht hoffen sie auf die Rückkehr der vermissten Socke? Da der allgemeine Trend jedoch eindeutig zu einem Leben mit so wenig materiellen Belastungen wie möglich geht, ist die Sockenschublade eine der ersten Möbelstücke, die man leeren könnte und sollte. Weg damit! Das braucht kein Mensch mehr! Spätestens nach einer Wartezeit von drei Monaten sollte man die übriggebliebenen Socken vernichten. Wenn der Sockenpartner auch nach drei Monaten nicht mehr aufgetaucht ist, wird er mit ziemlicher Sicherheit auch verschwunden bleiben.

Wer sich mit dem Wegwerfen auch dann noch schwer tut, kann mit Socken natürlich basteln. Socken stecken nämlich voller kreativer Möglichkeiten! Allerdings sind Bastelobjekte aus lustigen, gestreiften und gemusterten Socken natürlich um einiges hübscher, als verwaschene Tennissocken. Ob sich das Basteln lohnt, hängt in erster Linie vom Zustand und der Optik der zurückgebliebenen Socken ab.

Aus Socken können Flaschenwärmer, Handytäschchen und sogar Blumentopfschoner genäht werden. Es gibt aber auch Bastler, die noch wesentlich kreativer sind. Sie machen aus Socken kleine Stofftiere oder nähen Handpuppen. Ganze Kasperletheater können so aus alten Socken werden.

Links mit Basteltipps: http://www.wunderbare-enkel.de/papier-basteln/1293/sockentiere-fantasiefiguren-aus-alten-socken