Wenn die Wandtapete unansehnlich geworden ist, die Raufaser müde von der Decke hängt, die Oberflächen vergilbt sind und die Anstriche abgenutzt, so ist in jedem Fall eine Renovierung der Wohnung fällig.

Eine Mietwohnung im ordentlichen und vertragsgemäßen Zustand zu halten, ist Sache des Vermieters. Allerdings wälzen diese bestimmte Reparaturen und Renovierungsarbeiten mittels Klausel im Mietvertrag gerne auf den Wohnungsmieter ab. Oft verpflichten Vermieter ihre Mieter auf diese Weise zu so genannten Schönheitsreparaturen. Dazu gehören alle Renovierungsarbeiten, die auf Abnutzung durch normales Wohnen und normale Benutzung der Mietsache beruhen. Der Mieter ist jedoch nur verpflichtet, für Schönheitsreparaturen in dem Maße zu sorgen, in dem er die Mietsache selbst abgenutzt hat. Die Arbeiten sind laut bürgerlichem Gesetzbuch in mittlerer Art und Güte zu leisten, eine Verpflichtung einen professionellen Handwerker zu beauftragen, gibt es nicht. Wenn vertraglich nichts anderes vereinbart ist, umfassen Schönheitsreparaturen das Streichen und Tapezieren von Wänden und Decken, das Streichen von Heizkörperrohren und Heizkörpern, mitunter auch von Fußleisten. Zu den Schönheitsreparaturen gehört auch das Reinigen von Teppichen und anderen Fußbodenbelägen, wenn sie zur Mietsache gehören. Darüber hinaus sind Innentüren und Türrahmen je nachdem zu lackieren oder zu lasieren. Hinzu kommt gegebenenfalls der Anstrich von Fensterrahmen und Außentüren, jedoch nur von der Innenseite. Für den Außenanstrich ist der Vermieter verantwortlich. Ihm obliegt auch beispielsweise das Abschleifen von Dielenfußböden und Reparaturen von Rissen im Mauerwerk oder in den Decken.

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Wann, wie und in welchem Umfang renoviert werden muss und ob die in Mietverträgen mitunter enthaltenen Renovierungsklauseln gültig oder ungültig sind, darüber entbrennen immer wieder Rechtsstreitigkeiten. Entsprechend umfangreich ist die Masse der ergangenen Urteile. So wurde bereits geurteilt, dass eine Klausel, die den Mieter verpflichtet, die Wohnung am Ende der Mietdauer weiß zu streichen, ungültig ist. Gleichwohl, so ein anderes Urteil des Bundesgerichtshofs, darf sie aber nach Auszug farblich nur so übergeben werden, dass die Farbgestaltung von möglichst vielen potenziellen Mietern akzeptiert wird. Der Vermieter kann auch vertraglich festlegen, dass die Wohnung in neutralen oder dezenten Farben übergeben wird. Während der Mietdauer hingegen, kann der Vermieter keine bestimmte Farbgestaltung vorgeben und der Mieter die Wohnung farblich nach Lust und Laune gestalten. Auch sind Regelungen für ungültig erklärt wurden, die eine Renovierung nach bestimmten Fristen oder in einem bestimmten Zeitraum verlangen. Der Vermieter darf auch nicht vom Mieter verlangen, dass die komplette Wohnung beim Auszug zu renovieren ist, was beispielsweise unnötig ist, wenn der Mieter das Objekt nur einige Monate bewohnt hat.

Warum sollte die Wohnung renoviert werden?

Gründe zu renovieren gibt es viele. Oft muss die Wohnung beim Wohnungswechsel renoviert werden. Auch bei längerer Nutzung einer Wohnung bleiben Materialalterung, Verschmutzung und Abnutzungserscheinungen nicht aus. Es gibt auch noch andere Gründe zu renovieren, wie beispielsweise beim Kauf neuer Möbel oder nach einer Trennung.

Renovierung beim Auszug aus der Mietwohnung

Der häufigste Fall, warum eine Wohnung zu renovieren ist, ist der Auszug des Mieters. Hier fällt die so genannte Schlussrenovierung an. Der Mieter hat die Wohnung in ordentlichem Zustand an den Vermieter zurückzugeben, wenn er sie auch in diesem Zustand erhalten hat. Schäden und Abnutzungserscheinungen die durch ihn während der Dauer des Mietverhältnisses entstanden sind, sind vom Mieter zu reparieren oder zu beseitigen. In vielen Fällen umfasst dies das Tapezieren und Streichen der Wände und Decken, jedoch nur, wenn dies auch vonnöten ist.

Renovierung bei längerer Mietdauer

Von Zeit zu Zeit sollte eine Wohnung auch dann renoviert werden, wenn der Mieter schon längere Zeit darin wohnt. Neue Farben und andere Tapeten bringen frischen Wind in die Wohnung. Oft haben sich Tapeten abgenutzt oder sind verfärbt. Viele Mietverträge beinhalten Richtlinien oder zumindest Empfehlungen, wann bestimmte Räume zu renovieren sind.

Renovieren nach Trennung

Trennen sich Paare, so bleibt oft einer der Partner in der ehemals gemeinsamen Wohnung wohnen. Einen neuen Lebensabschnitt einzuläuten und mit dem alten abzuschließen, kann auch durch die Umgestaltung der Wohnung unterstützt werden. So wird der zurückgebliebene Partner nicht ständig, zum Beispiel durch die gemeinsam ausgesuchte Tapete, an den Verflossenen oder die Verflossene erinnert.

Renovierung beim Kauf neuer Möbel

Oft bietet sich auch eine Renovierung der Wohnung an, wenn neue Möbel angeschafft werden sollen. Es bietet sich ein stimmigeres Bild, wenn sowohl Möbel, als auch Wandoberflächen neu sind. Auch fallen sonst oft Schatten oder Verfärbungen an der Wand auf, sowie Abdrücke der alten Möbel im Fußbodenbelag.

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Renovierung bei Einzug

Auch das gibt es. Der neue Mieter übernimmt die Wohnung unrenoviert und darf sie laut Mietvertrag auch wieder unrenoviert verlassen. Eine Pflicht zu Schönheitsreparaturen oder Renovierungen besteht hierbei nicht. Diese Regelung hat auch Vorteile für den Mieter. Er kann entscheiden, welche Tapeten oder Anstriche des Vormieters seinen Ansprüchen noch genügen und seinen Geschmack treffen. Die Arbeiten und Kosten für diese kann er dann sparen. Beim Auszug hingegen ist er nicht verpflichtet, die Wohnung in dezenten Farben zu hinterlassen und kann sich auch knallbunte Tapeten an die Wände kleben, wenn dies sein Geschmack ist. Vermieter scheuen jedoch oft vor dieser Art Regelung zurück, weil sich die Wohnung ihrer Meinung nach besser vermieten lässt, wenn sie frisch renoviert ist. Es gibt jedoch auch Nachteile für den Mieter: Gelegentlich kommt es vor, dass der Mieter die Wohnung in wesentlich besseren Zustand verlässt, als er sie übernommen hat.

Müssen verschiedene Räume unterschiedlich oft renoviert werden?

Wie oft eine Wohnung oder bestimmte Räume renoviert werden müssen, hängt nicht zuletzt auch vom Nutzungsverhalten der Bewohner ab. Wird in einem Raum beispielsweise geraucht, so vergilben Farben und Tapeten naturgemäß schneller, als in einem Raum, in dem nicht geraucht wird. Auch das Heizen mit einem Ofen hat vielfach Verfärbungen von Tapeten und Anstrichen zur Folge. Wird ein Raum intensiv genutzt, so verschleißen die Tapeten natürlich schneller, als bei einem Gästezimmer, das nur selten genutzt wird. Eine pauschale Aussage lässt sich daher nur schwer treffen.

Oft werden in Mietverträgen folgende Richtwerte genannt: Küchen, Bäder und Duschen sind alle drei Jahre zu renovieren. Wohnzimmer, Schlafräume, Flure, Dielen und Toiletten alle fünf Jahre. Nebenräume und alle weiteren Räume alle sieben Jahre.

Wann sollte die Wohnung spätestens renoviert werden?

Spätestens renoviert werden sollte beim Auszug, also vor der Übergabe der leeren Wohnung an den Vermieter. Dies geschieht im eigenen Interesse des Mieters, da der Vermieter diesem die Kosten für die Renovierung der abgewohnten und nicht instandgesetzten Wohnung in Rechnung stellen kann. Auch sollten die im Mietvertrag vereinbarten Renovierungsintervalle eingehalten werden, wenn eine Renovierung der Zimmer nötig ist. Der Mieter ist verpflichtet, die Wohnung in ordentlichem Zustand zu halten.

Wer trägt die Kosten der Renovierung?

Die Kosten für Schönheitsreparaturen, also zu Renovierungsarbeiten die durch den Gebrauch der Wohnung vom Mieter selbst entstanden sind, sind in der Regel von diesem zu übernehmen. Der Mieter ist also verpflichtet, Tapeten und Farben selbst zu kaufen und auch die Ausführung der Arbeiten zu beauftragen und zu bezahlen, wenn er diese nicht selbst ausführen kann.

Wann der Vermieter die Renovierung zahlen muss: Der Vermieter muss die Renovierung der Wohnung, bzw. einzelner Räume vor allem dann bezahlen, wenn Beschädigungen durch vom Vermieter veranlasste Einbauten oder Umbauten entstanden sind, beispielsweise dann, wenn beim Einbau neuer Fenster, Rohre oder Elektroleitungen die Tapete beschädigt wurde. Des Weiteren muss der Vermieter Kosten und Ausführung von Fußboden- und Teppicherneuerungen übernehmen, so diese zur Mietsache gehören. Auch das Abschleifen und Versiegeln von Dielen und Parkettboden obliegt dem Vermieter. Müssen Fenster und Außentüren von außen gestrichen werden, so hat der Vermieter auch diese Arbeiten und Kosten zu übernehmen.

Welche Fehler können bei der Renovierungsentscheidung und beim Renovieren passieren?

Beim Renovieren lauern mitunter viele Fallstricke, zahlreiche Fehler können unterlaufen. Fehler beim Renovieren können beispielsweise durch Selbstüberschätzung passieren. Die eigenen handwerklichen Fähigkeiten sind doch nicht so ausgereift, wie angenommen. Der Deckenanstrich ist ungleichmäßig, die Heizkörperrohre mit Tropfnasen überzogen, die Tapete schlägt Blasen. Wer sich nicht sicher ist, ob er die Renovierungsarbeiten in fachgerechter mittlerer Art und Güte ausführen kann, sollte einen Profi in Anspruch nehmen. Oft findet sich auch im Bekannten- oder Verwandtenkreis jemand, der gut tapezieren oder streichen kann. Generell ist daneben unsachgemäßes und unsauberes Arbeiten zu vermeiden, wie das Überstreichen von Steckdosen und Schaltern. Auch Türklinken und Türschilder sollten vor dem Streichen demontiert werden. Der Fußboden sollte unbedingt vor der Renovierung abgedeckt werden, das gilt auch für Estrichboden. Versehentlich entstandene Flecken oder Farbspritzer sollten umgehend entfernt werden. Weitere Fehler können durch falsche Materialwahl entstehen. Nicht jeder Lack ist für jeden Untergrund geeignet, Wandfarbe nicht für Heizkörper und Wetterschutzlasur nicht für Innenräume. Mancher Untergrund sollte vor dem Tapezieren grundiert werden, hier ist die passende Grundierung zu wählen, einige Untergründe verlangen einen speziellen Tapetenkleister.

Gelegentlich kommt es auch vor, dass die Wohnung irrtümlicherweise vom Mieter vor dem Auszug renoviert wird, obwohl dies nicht im Mietvertrag festgelegt ist und er es eigentlich nicht müsste, oder dass Arbeiten ausgeführt werden, die laut Mietvertrag vom Vermieter übernommen werden, beispielsweise das Streichen der Türen von außen. Ein weiterer Fehler kann sein, Arbeiten nicht mit dem Vermieter abzusprechen oder Arbeiten auszuführen, die in Verantwortung des Vermieters stehen. Gerade in Altbauten besteht von Mieterseite oft der Wunsch, die Räume oder die vorhandenen Einbauten moderner zu gestalten. Hier bieten sich viele Möglichkeiten, jedoch sollten diese unbedingt vorab mit dem Vermieter abgesprochen werden. Der Vermieter hat in der Regel ebenfalls Interesse an einem einwandfreien und modernen Zustand der Mietsache, möglicherweise beteiligt er sich sogar an den Kosten. Ob zu Mietsache gehörende Holzvertäfelungen oder Paneele in einer anderen Farbe gestaltet werden dürfen, sollte in jedem Fall vorab besprochen werden. Das Gleiche gilt für das Überfliesen von alten Kacheln. Daneben besteht auch die Möglichkeit, die alten Fliesen mit Fliesenlack zu einem neuen und modernen Aussehen zu verhelfen, oder unansehnlich gewordene Fugen mit Fugenlack zu erneuern oder umzufärben. All diese Arbeiten, die eine nachhaltige Veränderung der Mietsache darstellen, sollten mit dem Vermieter abgesprochen und koordiniert werden. Eingriffe in die Haustechnik, wie die Installation eines Waschmaschinenanschlusses oder das Versetzen einer Steckdose gehören nicht zu den Arbeiten, die dem Mieter obliegen, sind mit dem Vermieter abzusprechen und darüber hinaus von einem Fachbetrieb auszuführen. Der Mieter hat darüber hinaus alles zu unterlassen, das die Bausubstanz der angemieteten Immobilie schädigen könnte.