Fertiggläschen sind doch praktisch und gesund, oder?

Fertiggläschen für Babys haben mit Sicherheit einige Vorteile. Sie sind frei von Schadstoffen, da der Gesetzgeber Babynahrung besonders stark kontrolliert. Sie enthalten alle Nährstoffe, die ein Baby braucht, und sie sind in erster Linie praktisch. Mit einigen Gläschen im Schrank sind die gestressten Mütter und Väter jederzeit bereit, den Hunger des Babys zu stillen. All das wird dem Verbraucher so gekonnt vermittelt, dass viele davon absolut überzeugt sind. Untersuchungen zeigen, dass 60 Prozent der Eltern regelmäßig fertige Babynahrung verwenden.

Dabei ist die Welt der Babygläschen nicht ganz so rosarot, wie die Produzenten es gerne darstellen.

Mehrere Verbraucherverbände haben in den vergangenen Jahren immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass die Zusammensetzung in den Babygläschen nicht optimal ist. Viele Gläschen enthalten schlichtweg zu wenig Fett und sind zu kalorienarm. Andere Produkte enthalten zu viel Zucker. Auch bei der garantierten Keim- und Schadstoff-Freiheit gab es Krisen. In den vergangenen fünfzehn Jahren mussten weltweit immer wieder Babynahrungsprodukte vom Markt genommen werden. 2003 erkrankten in Israel 15 Babys schwer und zwei starben, weil ein veganes Milchprodukt für Babys zu wenig Vitamin B1 enthielt. 2005 erkrankten 21 Säuglinge, weil die Babynahrung mit Salmonellen verseucht war. 2005 stellte man in Deutschland auch fest, dass es in der Babynahrung durch das Dichtungsmaterial in den Gläschen-Deckeln zu chemischer Verunreinigung kommen konnte. Jedes Jahr hat seine eigenen Schreckensmeldungen. 2012 musste z.B. ein Kindertee, der als gesunder Früchte-Tee auf dem Markt war, zurückgezogen werden, weil er zu 94 Prozent aus Zucker bestand.

Blindes Vertrauen in die Hersteller von Baby-Nahrung ist also fehl am Platz. Ein Gläschen im Schrank kann als Notfall-Lösung genauso angebracht sein, wie eine Dose Ravioli für die Erwachsenen. Aber grundsätzlich sollte Babynahrung aus frischen Zutaten selbst zubereitet werden.

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Grundsätzliche Informationen zum Selbstkochen

Am Anfang werden Babys gestillt. Das seit 1964 existierende und vom Bund geförderte „Institut für Kinderernährung“ in Dortmund hat einen Ernährungsplan für das erste Lebensjahr entwickelt, der allgemein als Richtlinie für eine gesunde Baby-Ernährung gilt.

Laut diesem Plan sollte neben dem Stillen ab dem 5. Lebensmonat langsam zugefüttert werden. In den ersten Monaten sollte es Breis aus Gemüse und Kartoffeln geben, dem dann auch sehr schnell etwas Fleisch zugefügt wird. Erst ab dem 6. Monat stehen Milch- und Getreidebreis auf dem Plan, und erst am dem 7. Monat wird außerdem Obst und Joghurt empfohlen. Ab dem 10. Monat sollte das Baby langsam an das Essen von Brot gewohnt werden.

Warum es so wichtig ist, selbst zu kochen

Bei der Babynahrung ist der Nährwert ausgesprochen wichtig. Untersuchungen haben gezeigt, dass Gläschen oft weniger Kalorien enthalten als die Muttermilch und deshalb kein vollwertiger Nahrungsersatz sein können. Das „Institut für Kinderernährung“ empfiehlt deshalb, dem selbst gekochten Brei etwas Rapsöl zuzusetzen. In Babygläschen werden inzwischen die erwünschten Kalorien oft mit einem Zusatz von Zwieback erreicht, was wiederum zu einer Einnahme von zu viel Zucker führt. Beim Selbstkochen kann er mit einem Vollkorn-Zwieback ersetzt werden.

Nur wer selbst kocht, weiß genau, was das Baby nun wirklich zum Essen bekommt, denn er hat den Brei persönlich zusammengestellt.

Das Zufüttern neben der Muttermilch oder dem Fläschchen hat aber hauptsächlich das Ziel, das Kind langsam an normale Nahrung zu gewöhnen. Spätestens ab dem 18. Lebensmonat sollte es – mit einigen Ausnahmen – am normalen Essen der Familie teilnehmen können.

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Mit künstlich hergestellter Babynahrung wird das Baby jedoch „außen vor“ gehalten, es bekommt im wahrsten Sinne des Wortes eine „extra Wurst“. Es gibt Gläschen für ältere Babys, die Gerichte wie Spaghetti und Bolognese-Sauce enthalten. Das ist ein normales Essen, hat aber immer noch den typischen Babygeschmack.

Gerade deshalb kommt es bei Tisch mit Kleinkindern später oft zu Problemen. Die Kinder sind an den Geschmack der Fertiggerichte gewohnt und müssen als Zwei- bis Dreijährige erneut das Essen lernen. Sie müssen eine Entwicklung nachholen, die eigentlich – zumindest zum Großteil – abgeschlossen sein müsste.

Goldene Grundregeln zum Selbstkochen von Babynahrung

Forscher sind sich einig, dass die beste Nahrung immer noch die Muttermilch ist. In den ersten sechs Monaten sollte sich keine Mutter dazu drängen lassen, vom Stillen abzukommen, und jede Frau sollte generell so lange stillen, wie es ihr und ihrem Kind Spaß macht.

Wenn Breis eingeführt werden, sollte Gemüse aus ökologischen Anbau gewählt werden, damit es garantiert frei von Schadstoffen ist. Als Öl sollte ein sehr gutes Rapsöl gewählt werden, das – wenn möglich – ebenfalls aus einem ökologischen Anbau stammt. Heute gibt es in Deutschland außerdem viele lokale Rapsöl-Produkte.

Am besten ist Gemüse der Saison. Karotten sind das ganze Jahr über geeignet. Kohlsorten vertragen viele kleine Kinder jedoch nicht.

Das Gemüse sollte schonend und schnell verarbeitet werden. Es muss geschält werden, dann wird es in kleinen Würfeln mit wenig Wasser schnell gekocht. Für schonendes Garen empfiehlt sich auch die Mikrowelle oder ein guter Dampfgarer.

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Das „Forschungsinstitut für Kinderernährung“ empfiehlt als Erstnahrung neben der Muttermilch einen Brei aus Karotten, der mit etwas Öl angereichert wird. Das Öl ist wichtig, damit die Kalorien erhöht werden. Außerdem sind die meisten Vitamine fettlöslich, d.h., sie werden nur wirksam, wenn sie in Verbindung mit Fett aufgenommen werden.

Im ersten Lebensjahr sollte kein Salz verwendet werden. Da ältere Babys aber auch schon teilweise das Essen der Eltern püriert oder kleingehackt essen können – z.B. Tomatensuppe oder Reis mit Hähnchen – sollte in diesem Fall in der gesamten Küche nur sehr wenig gesalzen werden. Die Erwachsenen können dann ja bei Tisch ihren Teller nachsalzen.

Obst sollte langsam eingeführt werden, allerdings können Äpfel schon im ersten Brei mitverwendet werden. Gekochte Äpfel fördern allerdings die Verdauung. Wenn das Baby nach einem Apfelbrei leichten Durchfall bekommt, ist Vorsicht geboten. Geriebene rohe Äpfel gelten dagegen als Geheimtipp gegen Baby-Durchfälle und helfen schnell und unkompliziert. Die geriebenen Äpfel müssen braun angelaufen sein, um ihre Wirkung zu entfalten.

Babynahrung muss püriert sein. Dafür lohnt sich die Anschaffung eines guten Mix-Stabs oder Standmixers. Allerdings sollte im Laufe der Monate immer weniger fein püriert werden, damit sich das Baby langsam an eine andere Konsistenz im Mund gewöhnt. Vor allem dann, wenn die ersten Zähnchen voll einsatzfähig sind, muss das Baby auch Kauen lernen.

Wieviel Beikost in welchem Alter?

Ab dem 5. Monat sollte eine Milchmahlzeit pro Tag mit einer Breimahlzeit ersetzt werden. Ab dem 6. Monat sollten es zwei Mahlzeiten sein, ab dem 7. Monat schließlich drei Mahlzeiten. Ein acht Monate altes Baby erhält typisch einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, einen Milch-Getreide-Brei und einen Obst-Brei pro Tag. Der Obst-Brei kann noch Joghurt enthalten.

Die genauen Mengenangaben pro Mahlzeit sehen laut dem „Forschungsinstitut für Kinderernährung“ so aus:

4-6 Monate: 90 Gramm Gemüse, 40 Gramm Kartoffeln, 15 Gramm Saft, 20 Gramm Fleisch, 1 TL Rapsöl (4 Gramm)
7-9 Monate: 100 Gramm Gemüse, 50 Gramm Kartoffeln, 18 Gramm Saft, 30 Gramm Fleisch, 1 TL Rapsöl (4 Gramm)
10-12 Monate: 100 Gramm Gemüse, 60 Gramm Kartoffeln, 20 Gramm Saft, 30 Gramm Fleisch, eineinhalb TL Rapsöl (6 Gramm)

Am Anfang wird das Baby nur wenig zu sich nehmen, und bei jeder neuen Zutat kann es sich erst einmal verweigern. Das ist ganz normal! Wichtig ist, dass die Eltern nie die Geduld verlieren und nie aufgeben. Die Eltern können dem Kind in Bezug auf Lieblingsgerichte natürlich entgegenkommen, aber man sollte es trotzdem vermeiden, ausschließlich das zu füttern, was dem Baby wirklich schmeckt. Untersuchungen haben gezeigt, dass Babys ein Nahrungsmittel bis zu zehn Mal probiert haben müssen, bis sie anfangen, den Geschmack zu mögen. Geschmack muss also auch erlernt werden! Niemand sollte dem Baby diese Chance nehmen.

Die wichtige Hygiene

Weil Babys sich sehr leicht den Magen verderben und vor allem in dem Zeitraum, in dem sie abgestillt werden, sehr anfällig sind, muss auf die Hygiene verstärkt geachtet werden. Die Regeln für Babys unterscheiden sich nicht so viel von normaler Küchenhygiene. Wichtig ist allerdings, dass sie wirklich eingehalten werden und dass es keine Ausnahmen gibt.

  1. Hände immer gründlich mit warmen Wasser und Seife waschen und zum Abtrocknen der Hände ein frisches Handtuch verwenden.
  2. Alle Küchengeräte und der Arbeitstisch müssen absolut sauber sein.
  3. Küchenmesser und Brettchen für Fleisch und Gemüse müssen getrennt verwendet und zwischen den Arbeitsgängen gründlich gesäubert werden. Das ist vor allem bei Geflügel sehr wichtig, weil auf diese Art leicht Salmonellen übertragen werden können.
  4. Obst und Gemüse muss geschält werden, vor allem in der Anfangszeit. Bei ökologisch angebautem Gemüse und Obst kann später die Schale mitverarbeitet werden. Dann muss es aber gründlich gewaschen werden. Außerdem sollte das Baby dann schon an Gemüse und Obst gewohnt sein.
  5. Das Kochwasser vom Gemüse kann und soll zum Pürieren mitverwendet werden. Nur bei nitrathaltigem Gemüse wie z.B. Kartoffeln, muss das Wasser weggekippt oder für die Erwachsenenküche verwendet werden.
  6. Wer auf Vorrat kocht und einfriert, sollte zur Sicherheit die eingefrorenen Portionen mit einem Datum versehen.
  7. Gekochte Kindernahrung, die nicht sofort verwendet wird, muss schnell im Kühlschrank abgekühlt werden, damit sich keine Keime bilden können.
  8. Eingefrorene Kindernahrung sollte in der Mikrowelle schnell aufgetaut werden. Einmal aufgetaute Nahrung muss weggeworfen werden, wenn sie nicht sofort verfüttert wird.
  9. Experten empfehlen Eiswürfelbehälter zum Einfrieren von Babynahrung. Dann können auch sehr kleine Portionen aufgetaut werden. Der Eiswürfelbehälter sollte nach dem Füllen mit einer Frischhaltefolie umwickelt werden. Besonders gut geeignet sind auch Tüten zur Herstellung von Eiswürfeln. Dann sind die Portionen von Anfang an gut eingepackt und können im gefrorenen Zustand einzeln abgerissen und aufgetaut werden, ohne dass man mit den restlichen Würfeln in direkten Kontakt kommt.
  10. In den ersten Lebensmonaten müssen Flaschen, Nuckel und auch die Löffelchen destilliert werden. Experten raten jedoch davon ab, diese Gegenstände zu destillieren, wenn das Baby älter als ein halbes Jahr ist. Ab diesem Zeitpunkt stecken Kinder sowieso alles Mögliche in den Mund. Außerdem muss der Baby-Körper auch an den Umgang mit Bakterien gewöhnt werden. Es reicht, wenn Löffel und Teller ordentlich abgespült werden.
  11. Man sollte sich trotz allem nicht verrückt machen! Babys sind unter den schwierigsten Umständen groß geworden und dabei gesund geblieben. Natürlich müssen Nährwerte, Hygieneregeln und Vitamine immer beachtet werden, aber am wichtigsten ist immer noch die Lebensfreude. Es sollte Spaß machen, das Essen für sein Baby zu kochen. Es geht hier nicht um eine Chemie-Prüfung, sondern um gute und gesunde Ernährung.

Der erste Gemüse-Fleisch-Brei

Das „Forschungsinstitut für Kinderernährung“ empfiehlt ab dem 5. Monat einen Brei aus Kartoffeln, Gemüse und Fleisch. Die Kartoffeln können später auch mit Reis oder Nudeln ersetzt werden.

Der typische Anfangsbrei besteht aus Karotten, Kartoffeln, etwas Karottensaft und einem Esslöffel Putenfleisch, das mitgegart wird. Am Ende kommt alles in den Mixer und wird serviert.

Wenn das Baby ein paar Wochen älter ist, kann das Gericht etwas ausgefallener werden.

Folgendes Rezept reicht für zehn Portionen:

  • 500 Gramm Kartoffeln
  • 3 große Fenchelknollen (ca. 800 Gramm)
  • 200 Gramm Putenfilet (aus ökologischer Landwirtschaft)
  • 400 Milliliter O-Saft (selbst gepresst oder bei Unverträglichkeit ein Ersatz)
  • 40 Gramm Öl

Die Fenchelknollen und das Putenfilet in kleine Stücke schneiden und in einem Dampfgarer schonend mit wenig Wasser garen. Die Kartoffeln schälen und kochen. Anschließend wird alles gemeinsam in eine Schüssel gegeben und mit dem Saft püriert. Bei dieser Menge kann auch ein Standmixer sehr hilfreich sein. Die Menge in zehn Portionen aufteilen. Eine Portion noch am gleichen Tag verfüttern.

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Der Rest sollte im Kühlschrank zugedeckt schnell abgekühlt und dann in neun kleinen Portionen eingefroren werden.

Kürbis ist – ähnlich wie Karotten – bei Babys sehr beliebt.

  • 1 Hokkaido-Kürbis
  • 500 Gramm Kartoffeln
  • 300 Gramm Kalbfleisch
  • 400 Milliliter O-Saft (selbst gepresst oder bei Unverträglichkeit ein Ersatz)
  • 40 Gramm Öl.

Der Kürbis muss geteilt und entkernt werden. Dann kann man ihn klein schneiden und mit der Schale im Ofen 45 Minuten garen, bis er durch und durch weich ist. Er kann auch in einem Topf mit etwas Wasser zehn Minuten gekocht werden. Das Kalbfleisch würfeln, in etwas Öl in der Pfanne anbraten. Alles wird mit gekochten Kartoffeln gemischt und mit Öl und O-Saft püriert. Dieses Gericht eignet sich auch für größere Kinder, da das Fleisch angebraten ist. In diesem Fall sollte man den Mixer nur kurz laufen lassen. Das Rezept ist perfekt, um Babys an eine etwas gröbere Konsistenz zu gewöhnen.

Welche Nahrungsmittel sind für mein Baby nicht geeignet?

Das Baby muss langsam an die normale Ernährung herangeführt werden, und vieles, was dem Erwachsenen schmeckt, ist für ein Baby schlichtweg unverdaulich. Andere lösen Allergien oder einen wunden Po aus. Einige Lebensmittel sollten deshalb in der Babynahrung nicht vorkommen.

  1. Quark und Dickmilch enthalten eine hohe Konzentration von Eiweiß. Das kann die Nieren des Babys belasten.
  2. Rohe Eier sind aufgrund der Salmonellengefahr ein Tabu, ein Rührei oder ein hart gekochtes Ei kann hin und wieder gegeben werden.
  3. Wurst enthält zu viel Salz, zu viel Fett und außerdem noch oft Nitrit. Alles in allem keine gesunde Kombination, die die Nieren und Leber des Babys zu sehr belastet.
  4. Hülsenfrüchte und Kohl sind noch zu schwer verdaulich. Sie enthalten Stoffe, die vom Darm des Babys noch nicht verarbeitet werden können. Beides kann deshalb zu starken und sehr schmerzhaften Blähungen führen.
  5. Nüsse sind generell sehr gesund, aber manche Eltern haben Angst vor allergischen Reaktionen. Man kann es vorsichtig mit einer geringen Menge versuchen. Die Nüsse müssen jedoch unbedingt gemahlen sein. Das geringste Allergierisiko besteht bei Mandeln und Cashew-Nüssen. Beide Nahrungsmittel gehören rein botanisch gesehen übrigens gar nicht zu den Nüssen!
  6. Obst enthält sehr viel Säure und kann zu wunden Popos führen. Vor allem die überall sehr beliebten Erdbeeren machen kleine Kinder oft krank. Am besten sind Äpfel, Aprikosen und später auch Bananen. Allerdings sind Bananen sehr nährstoffreich und sollten nur in kleinen Mengen verabreicht werden. In vielen Babybrei-Rezepten wird O-Saft zum Mixen des Breis verwendet. Das kann leider mit einem wunden Popo enden. Wenn Babys auf den Saft reagieren, muss er mit dem Kochwasser des Gemüses oder mit Fencheltee ausgetauscht werden. Wenn das Baby Mandeln verträgt, kann auch Mandelmilch verwendet werden. Seit kurzem gibt es auch Hafermilch in den Supermarktregalen. Auch Hafermilch ist ein hervorragend zum Mixen von Breis geeignet.
  7. Zucker sollte ganz allgemein vermieden werden. Zucker wirkt auf Kinder wie Aufputschmittel. Auch wenn diese Behauptung inzwischen widerlegt worden ist und Studien zeigen, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Zucker und Hyperaktivität gibt, steht doch fest, dass Zucker den Blutzuckerspiegel ins Schwanken bringt. Der Körper schüttet zu viel Insulin aus, und der Blutzuckerspiegel sinkt wieder und sehr schnell – was zu Zappeligkeit und Gereiztheit führt. Deshalb herrscht also trotzdem ein indirekter Zusammenhang zwischen Zucker und unruhigen Kindern. Zucker enthält außerdem zu viele Kohlehydrate und fördert Karies – auch wenn das Baby noch gar keine Zähne hat! Zuckerhaltige Lebensmittel sollten deshalb nur sehr begrenzt gegessen werden. Größere Babys werden ein Stückchen Schokolade oder etwas Eis im Sommer natürlich lieben! Aber ein Eis oder ein Stück Schokolade darf keine Mahlzeit ersetzen.

Was tun bei wundem Po?

Nicht nur Obst kann zu wundem Po führen, auch Gemüsesorten wie Tomaten, Paprikaschoten und viele Beerensorten lösen den gefürchteten wunden Po aus.
Wichtig ist, dass ab sofort keines dieser Nahrungsmittel weiter verabreicht werden. Auch die geliebten Erdbeeren müssen dann leider gestrichen werden. Außerdem darf das Baby keinen Zucker erhalten, da sich auf den wunden Pos leider Pilze entwickeln können, die durch den Zucker noch ernährt werden. Auch kohlehydratreiche Lebensmittel wie Nudeln und Reis können die Pilzbildung fördern.
Wenn der Po abgeheilt ist, sollte ganz vorsichtig ein zweiter Versuch gestartet werden, um den Körper des Kindes langsam an dieses Produkt zu gewöhnen. Allerdings sollte immer nur ein gefährliches Lebensmittel pro Tag verabreicht werden. An einem Tag mit Erdbeeren gibt es keine Tomate mehr und umgekehrt. Mit dieser Ausschlussmethode kann der richtige Übeltäter dann auch wirklich eingekreist werden.

Darf mein Baby Fisch essen?

Hier scheinen sich die Experten nicht ganz einig zu sein. Einige von ihnen empfehlen Fisch, andere raten davon ab. Die Gefahr sei zu groß, dass frischer Fisch Keime und Umweltgifte enthält. In den skandinavischen Ländern geht man deshalb pragmatisch in die Sache heran. Dort ist in den Kitas frischer Fisch für Kinder verboten. TK-Fisch wird aber in den höchsten Tönen empfohlen.

Tiefgefrorener Fisch hat den großen Vorteil, dass er auf hoher See gefangen und dort sofort eingefroren wird. Er ist deshalb keimfrei und dank der hohen See auch frei von Umweltgiften. Frischer Fisch stammt dagegen meist aus den mit Umweltgiften belasteten Küstenregionen und kann außerdem beim Transport Keime entwickeln. Allerdings muss beim Kauf von TK-Fisch darauf geachtet werden, dass er aus keinen Zuchtanlagen stammt. Zuchtfisch ist oft mit Pestiziden und Medikamenten belastet. Am besten fürs Baby eignet sich TK-Fisch aus geschützter Hochseefischerei. Diese Produkte tragen immer ein Umweltsiegel. Außerdem ist es natürlich sehr wichtig, dass nur Filets verwendet werden, die absolut grätenfrei sind. Leider können Gräten sogar einen Mixvorgang überleben. Deshalb ist hier größte Vorsicht geboten!

Fisch ist gesund, enthält eine lange Reihe ungesättigter Fettsäuren und viele wichtige Vitamine. Fisch muss immer nur kurz gegart werden.

Ein gutes Fisch-Rezept ist ein Seelachs-Zucchini-Brei

90 Gramm Zucchini, 40 Gramm Kartoffeln, 20 Gramm Seelachs, 2 Esslöffel Saft und 4 Gramm Rapsöl ergeben eine Portion Baby-Brei. Zucchini und Seelachs werden getrennt von den Kartoffeln gegart, da beides in wenigen Minuten fertig ist. Die Kartoffel muss dagegen klein geschnitten mindestens zehn Minuten garen. Am Ende wird alles gemeinsam püriert.

Größere Kinder freuen sich, wenn die Kartoffel mit Nudeln ersetzt wird.

Kinder, die generell fleischarm ernährt werden, können statt der Kartoffel oder den Nudeln auch Hirse oder Hafer bekommen. Getreide ist in einer fleischarmen Ernährung sehr wichtig!

Das vegetarische Baby – braucht ein Baby wirklich Fleisch?

Das „Forschungsinstitut für Kinderernährung“ rät schon bei den ersten Gerichten, die dem Baby zugefüttert werden, zu Fleisch. Besonders empfohlen wird dabei Geflügel oder Kalbfleisch. Viele Eltern essen heute aber selbst kein Fleisch mehr und möchten auch ihr Baby vegetarisch ernähren. Das Institut empfiehlt in diesem Fall, das Fleisch mit Fisch ersetzen. Wer auch das ablehnt, muss auf Getreide zurückgreifen und die Ernährung sehr bewusst gestalten. Kinder, die ohne Fleisch und Fisch ernährt werden, können unter einem Mangel an Zink, Eisen und an dem wichtigen Vitamin B12 leiden.

Fleisch gehörte jedoch bis in die 60er Jahre keineswegs zum täglichen Speiseplan. Fast alle Menschen, die heute 50 Jahre oder älter sind, wurden ohne einem täglichen Löffel Fleisch groß. Wie ging das? Die meisten von ihnen berichten, dass sie als Kinder immer den fürchterlich schmeckenden „Lebertran“ schlucken mussten. Man war sich also durchaus bewusst, dass die fleischlose Ernährung zu Mangelerscheinungen führen kann. Die Krankheit Rachitis, die zu Knochenverformungen führt, war in den ersten Nachkriegsjahren weit verbreitet. Sie wird u.a. durch Vitaminmangel ausgelöst.

Aber auch im bevölkerungsreichen Indien werden Babys ganz ohne Fleisch großgezogen, da die meisten Hindus vegetarisch leben. Die meisten indischen Mütter stillen jedoch ausgiebig im ersten Lebensjahr ihres Babys.

Ganz offenbar lohnt es sich für Vegetarier und vegan lebende Menschen, so lange wie möglich zu stillen. Außerdem sollten sie, so wie in früheren Zeiten, auf Ernährungsergänzungsmittel zurückzugreifen. Dann wird das Baby mit allen wichtigen Nahrungsstoffen versorgt. Trotzdem muss die Beinahrung natürlich immer so viel Eisen, Zink und Vitamin B12 wie möglich enthalten. Deshalb sollten verstärkt Vollwertgetreide – wenn keine Allergien vorliegen – Nüsse zum Einsatz kommen.

Besonders wichtig ist auch die Auswahl des richtigen Gemüses und der passenden Zutaten. Zucchini, Spinat und Fenchel enthalten viele Mineralstoffe. Joghurt, Eier, Käse und Milch enthalten das Vitamin B12, das sonst nur noch in Fleisch, Geflügel und Fisch enthalten ist. Außerdem sind Getreideprodukte wie Hirse und Hafer reich an den nötigen Nährstoffen und können die Kartoffeln ersetzen.

Empfohlene Rezepte für vegetarische Babys:

Kartoffel-Spinat-Ei-Brei
1 große Kartoffel wird gekocht. 100 Gramm Spinat werden gut gewaschen und geputzt und ohne Wasser zwei Minuten gedünstet. Das Wasser an den Spinatblättern reicht zum schnellen Dünsten aus. In der Pfanne ein Rührei braten. Kartoffel, Rührei und gedünsteter Spinat werden mit einem Stabmixer püriert. Etwas Milch sorgt für Bindung.

Zucchini-Vollkorn-Brei
Zucchini werden mit Schale klein gewürfelt und drei Minuten schonend gedämpft. Dann werden sie mit dem Kochsaft und einem Vollkorn-Zwieback gemeinsam zu einem Brei püriert. 1 TL gutes Rapsöl darf nicht fehlen.

Kartoffel-Petersilien-Brei
Petersilie enthält viel Eisen, deshalb ist sie gut geeignet, mit ihr einen grünen Kartoffelbrei zu machen. Aber Achtung: gekochte Petersilie sollte nicht aufgewärmt oder eingefroren werden. Ein Brei aus Kartoffeln und gekochter Petersilie muss immer sofort verfüttert werden. Die Kartoffel kann mit Milch püriert werden. Dazu kommt ein TL Rapsöl.

Apfel-Hafer-Brei
Hafer ist reich an Eisen. Einen Apfel schälen, klein schneiden und mit 2 EL Haferflocken und etwas Wasser zu einem Brei kochen. Wenn das Baby bereits 7 Monate alt ist, muss der Brei nicht mehr püriert werden, da alles beim Kochen auseinanderfällt. Bei kleineren Babys vor dem Servieren pürieren! Auch dem Apfel-Hafer-Brei einen TL Rapsöl zusetzen.

Wichtiger Tipp: Vegetarisch oder vegan lebende Eltern sollten sich unbedingt mit ihrem Kinderarzt absprechen und eventuell regelmäßig das Blut ihres Kindes untersuchen lassen. Mit Ernährungsergänzungsmittel für Babys und Kleinkinder kann eine Unterversorgung an Mineralstoffen und Vitaminen dann definitiv ausgeschlossen werden. Besonders Eltern, die vegan leben und auch keine Milch und keine Eier verabreichen wollen, müssen sich beim Kinderarzt gründlich informieren.

Baby-Brei selbst machen, wenn man gar nicht kochen kann?

Keine Angst! Man muss kein großartiger Koch sein, um einen Brei herstellen zu können. Da nichts gewürzt, abgeschmeckt oder kunstvoll gebunden wird, kann gar nichts falsch gemacht werden. Im Grunde muss man nur wissen, wie man einen Herd anmacht, ein Messer in der Hand hält und einen Mixer ein- und wieder ausmacht.

Trotzdem gibt es im Internet einige hilfreiche Kochschulen, bei denen alles genau erklärt wird. In einigen dieser Kochschulen werden Salze und Kräuter verwendet! Hier sollten die Eltern kritisch sein und sich an die Leitlinien des „Forschungsinstituts für Kinderernährung“ halten und auf Salz, Pfeffer u. ä. verzichten. Allerdings sind die Videos sehr hilfreich, um Arbeitsgänge anschaulich zu erklären.